Montag, 22. August 2016

HALBZEIT

von Etienne Gebel

Kaum zu glauben, aber das Karpfenjahr 2016 ist mehr als halb vorbei! Noch kann ich mich nicht wirklich damit abfinden, dass es wahrscheinlich mein persönlich schlechtestes Angeljahr werden wird. Zwar steht noch eine Herbstsaison bevor, aber die war in den vergangenen Jahren auch nicht mehr was sie mal war.
Wieder sitze ich alleine im Zelt am See und grübele, ob es richtig ist, bei solchen Bedingungen am Wasser zu sein. Es ist bereits dämmerig draußen und obwohl es schwül heiß ist, musste ich notgedrungen ins Zelt flüchten. Mindestens 15 Mückenstiche habe ich draußen in kürzester Zeit abbekommen. Die Mückenpopulation bei uns am Niederrhein ist dieses Jahr gigantisch.
Die Blutsauger haben – im Gegensatz zu mir – scheinbar eine Topsaison 2016! Im Freien ist es wirklich kaum auszuhalten.


Typisch Sommer 2016: immer wieder Regenschauer gepaart mit sonnigen Abschnitten
Ich schaue aufs Handy. Der Wetterdienst meldet eine tropische Nacht mit schwülen 20-22 Grad und Regenschauern. Ich hoffe ich muss nicht raus, denn draußen wartet das Übel mit Flügeln.
Eigentlich hasse ich das Angeln im Sommer. Da ich aber bislang ein schlechtes Fangjahr hatte, kann ich mich nicht zügeln. Ich muss raus ans Wasser. Obwohl ich nur mit T-Shirt und Boxer Shorts bekleidet auf dem Schlafsack liege, schwitze ich. Ich könnte mich selber hassen, weil ich angeln gegangen bin.
Sei´s drum – meine Rigs liegen jedenfalls perfekt. Wenn da ein Fisch vorbei kommt, wird es hoffentlich piepen.


Das Wasser steht an einigen meiner Gewässer immer noch bis auf die Wiesen
Meine bisherigen Misserfolge schiebe ich aufs Wetter, bzw. dem hohen Wasserstand, meiner eigenen Inflexibilität und den starken Angeldruck an den von mir befischten Gewässern. Durch viel zu viel Regen und den selbst jetzt immer noch ungewöhnlich hohen Wasserstand ziehen die Fische an einigen meiner Gewässer in komplett neue Bereiche und stehen teilweise zwischen den gefluteten Bäumen und Sträuchern. Dort kann ich sie nicht beangeln.
Der schärfste Haken und das beste Rig hilft nichts, wenn die Fische streiken

Wie an einem meiner Lieblingsgewässer, ein großes altes Baggerloch am Rhein. Dort kann ich dieses Jahr nicht wie geplant angeln, denn alle interessanten Bereiche stehen meterhoch unter Wasser. Ein Boot ist dort verboten und die wenigen Angelplatz sind selbst unter der Woche ständig besetzt.
Also weiche ich seit Wochen schon auf andere Gewässer auf. Das Problem habe nicht nur ich, sondern viele andere Angler aus meiner Region. Deshalb konzentrieren sich die Angler auf weniger befischbare Gewässer, der Angeldruck steigt somit weiter an.


Autan Anti Mücken Spray – mein ständiger Begleiter in diesem Sommer
Es ist etwa 1:30 Uhr Nachts, als ich das letzte Mal auf mein Handy schaue. Es ist immer noch stickig und warm im Zelt, obwohl alle Mückengitter offen sind. Die riesigen Mückenschwärme sind vor den Gittern mit einem deutlichen Summen zu hören. Es müssen Tausende sein, die in den nahen Sträuchern auf ihre Blutmalzeit warten.


Hoher Angeldruck und viel Futter im Wasser – darum verwende ich wenig Futter und grelle Hakenköder
Nach einem intensiven Arbeitstag und dem anschließenden Kraftakt, mein Tackle ans Wasser zu bekommen und aufzubauen, falle ich trotz der Mückenplage in den Tiefschlaf. Gegen Morgen in der Dämmerung werde ich wach. Es regnet wie aus Eimern. Trotzdem ist die Luft immer noch schwül, es fällt mir schwer zu atmen. Die Nacht über ist nichts passiert, von Karpfen keine Spur. Außer dass ich mehrfach durch ein Stechen und Summen übler Moskitos wach geworden bin. Mit den kleinen Arschgeigen habe ich mir in meiner kleinen Behausung ein regelrechtes Gefecht geliefert. Zwar habe ich am Ende gewonnen, dafür bin ich ein paar Mückenstiche reicher.


Wieder kommt das Wasser wie aus Kübeln vom Himmel
Ich setze mir gerade eine wohlverdiente Tasse starken Kaffee auf: Zack, ein Schlag in der Rutenspitze, die sich kurz darauf nach vorne neigt.
Karpfen!
In der Hektik trete ich den heißen Wasserkessel vom Kocher und verbrühe mich auf dem Weg zur Rute an der Hand.
Fürs Jammern bleibt keine Zeit, denn mein Kontrahent liefert mir einen feinen Drill. Selten war ich so nervös. Bedingt durch das schlechte Jahr und einigen Fischverlusten ist mein Selbstvertrauen stark angekratzt. Wenn man sogar an seinem 100-Prozent-Vertrauensrig zweifelt, ist es weit gekommen.
Jeder Fisch bringt ein Stück Selbstvertrauen zurück

Der gut genährte Spiegler bringt mir jedoch ein Stückchen meines Vertrauens zurück.
Das ist mir die mehr als 25 Mückenstiche plus eine verbrühte Hand wert.

Montag, 1. August 2016

Karpfen-Abenteuer in Süd-Frankreich


Radical-Teamangler Robin Illner kommt gerade von einer spannenden Expedition aus Südfrankreich zurück. Zusammen mit Freunden war er für fast drei Wochen im Süden des Landes unterwegs. Was er dort erlebte, ist atemberaubend. Illner startete seine Tour mit der außergewöhnlichen Idee, mehrere Tage einen kleinen Fluss mit dem Kanu herunterzufahren, um Karpfen zu suchen und zu fangen.

Robin Illner mit einem kräftigen Fluss-Kämpfer

Einmal in den 30 km langen Kanyon hinein gefahren, gibt es kein zurück. Bis zu 300 Meter hohe Schluchtwände säumen den Fluss. Robin musste die gesamte Schlucht durchfahren oder für immer dort bleiben. Über den Köpfen der Karpfenkanuten kreisten majestätische Geier. Höhlensysteme und kalte Quellen zogen am Ufer entlang. Am Tage wurde gerudert, am Nachmittag und Abend geangelt und starke Flusskarpfen gefangen. Die Ausrüstung war minimalistisch, wie bereits bei seinem Gran Canaria Abenteuer im vergangenen Jahr. Auf die Kanus passen nur Ruten, etwas Futter und ein Kescher. Geschlafen wurde in Hängematten in der nackten Felswand oder auf dem Boden im Flusssand.
Diese Abenteuertour war erst der Anfang der großen Reise, zog es das Team doch noch weiter gen Süden. Der berühmte Lac de Salagou, eines der mystischen Gewässer der europäischen Karpfenscene war das Etappenziel. Rote, durch Eisen gefärbter Sandstein lässt den See am Abend bei niedrigem Sonnenstand in einem kräftigen Rot erstrahlen. Die ersten Tage wehte ein kräftiger Wind, so dass die Boote beim Platzwechsel mit Wasser vollliefen. Alle Herausforderungen wurden gemeistert und die Fische nahmen die Futterplätze an.


Das nächste Etappenziel: der Lac de Salagou

Während viele andere Angler im Sommer oft die erfolgreichen, tieferen Bereiche des Sees auswählten, setzt das Team auf die flacheren Buchten. Diese Entscheidung war goldrichtig. Tiefe Bereiche des Sees schienen wie leergefegt und die flachen, teils stark mit Krebsen besiedelten Areale, waren die Holding Areas der Karpfen. Getrocknete, knallharte Bloody Chicken und Yellow Zombie Boilies brachten Fische bis über 21 kg an den Haken. „Das Erlebnis einer vielseitigen Flora und Fauna, war auf dieser Tour gigantisch: Schlangen im Wasser, Skorpione und Kakteen am Ufer und eine atemberaubende Landschaften machten dieses Abenteuer einzigartig! Dazu ein gelungener Abschluss mit guten Karpfen an jedem Gewässer, das wir beangelten“, berichtet Robin Illner.



Mittwoch, 27. Juli 2016

Korda und die Kapitalen – Friedmann fängt 37 und 28 Kilo

Was dieses Jahr im Team Korda abgeht, ist nicht mehr feierlich. Etliche Fische über 20 Kilo und einige zwischen 25 Kilo und 32 Kilo wurden aus Deutschland und Österreich gemeldet. Doch mit der Meldung eines unglaublichen Schuppenkarpfens von 37 Kilo setzt der österreichische Teamangler Michael Friedmann dem Ganzen die Krone auf. Damit nicht genug, er fing noch einen weiteren Giganten mit über 28 Kilo!
Anlass für Korda’s Christopher Paschmanns, dem bekannten Big Fish-Angler ein paar Fragen zu stellen:


Christopher: Michael, gratuliere! Unfassbar dieser Schuppi! Wo hast du ihn gefangen?

Michael: Danke! Ich kann es selbst kaum fassen... Gefangen habe ich den Fisch am Iles-3 oder auch Drei-Insel-See. Ein sehr schönes, naturbelassenes kommerziell bewirtschaftetes Gewässer vom Betreiber Carpa-Sens in Frankreich. Dort fischte ich auf Stelle 15 für eine Woche.

Schwer zu heben hatte Michael Friedmann bei seinem Riesenschuppi von 37 Kilo


Ich kenne dich und weiß, dass du nie ohne Plan an eine Sache ran gehst. Warum hast du diese Stelle gewählt und kanntest du diesen Fisch?

Du hast Recht, diese Stelle habe ich tatsächlich wegen genau diesem Karpfen gewählt. Von dort kann man vor einem großen, versunkenen Baum bei der gegenüberliegenden Insel fischen. Genau dort hat mein französischer Teamkollege Pierre Meyer den Riesenschuppi vor zwei Jahren mit einem Gewicht von 33 Kilo gefangen – schon damals der Größte des 40-Hektar-Sees. Danach wurde er aber nicht mehr gefangen. Dass er genau dort, an diesem Spot, wieder beißen würde war mein Wunsch. Dass er in Erfüllung ging hätte ich mir nicht träumen lassen... Und mittlerweile wiegt das Tier unglaubliche 37 Kilo!

Korda´s Krank X: Friedmanns erste Wahl, wenn es um große Fische geht

Irre, gut geangelt! Da hast du deine Hausaufgaben gemacht würde ich sagen! Welche Taktik hast du eingesetzt?

Ich habe etwas probiert, von dem du mir berichtetest. Tagsüber habe ich nur gefüttert, Mainline Hybrid Boilies, und nur nachts gefischt. Zweimal täglich fütterte ich. Die Fische sollten vertrauensvoll fressen. Gefischt habe ich dann einzelne Hakenköder ganz ohne Beifutter. Mit dem Ziel, einen dicken zu fangen, der nach der großen Masse kleinerer Fische am Platz frisst. An dem Abend bevor der Schuppi biss leerte ich zwei Flaschen Wonder Berry GOO über dem Platz. Es entstand eine gewaltige stark duftende weiße Wolke, die lange über dem Platz schwebte. Der erste Fisch der in dieser Wolke meinen einzelnen Köder fand war der Riesenschuppi! Der Plan ging auf!

Eine duftende, weiße Wolke aus GOO Wonderberry brachte den Riesenfisch an den Platz

Allerdings! Und was für Rigs und Köder hast du eingesetzt?

Den 74-Pfünder fing ich auf einen Wafter, also einen ausbalancierten Hakenköder: Peaches & Cream von Mainline. Als Rig habe ich auf das sehr bewährte IQ D-Rig aus 20lb IQ2 gesetzt. Als Haken mein aktueller Großfischfavorit, der Krank X in Größe 6 – ein sehr starkes Eisen! Den Widerhaken habe ich angedrückt, am 3-Iles ist Schonhakenpflicht.

Was hast du denn sonst noch gefangen in der Woche?

Ich hatte ein sehr gutes Ergebnis mit 17 Fischen. Die meisten wogen zwischen 15 und 17 Kilo, ein weiterer hatte 21 Kilo und ja, da wäre noch der 28,2 Kilo Spiegler. Den habe ich allerdings abseits vom Futterplatz beim Stalking gefangen.

Der zweite Riese: ein Spiegler von 28,2 Kilo
Wow! Einfach krass! Bei den Ausmaßen des Schuppis geht der Spiegler förmlich unter. Vielen Dank für das sehr interessante Interview!


Den kompletten Fangreport von Michael Friedmann lesen Sie hier:
 

Infos zum Iles-3-See in englischer Sprache bekommen Sie hier:

Freitag, 22. Juli 2016

10 Jahre Carp in Focus!

Unsere Jubiläumsausgabe 60 ist ab
29. Juli im Handel

Mit Ausgabe 60 dürfen wir ein rundes Jubiläum feiern. Anlass für einen Blick hinter die Kulissen von Carp in Focus. Wie entstehen die Ausgaben, was steckt dahinter? Carp in Focus Chefredakteur Kay Synwoldt stellt sich im Interview den Fragen von unserem Mitarbeiter Etinne Gebel. Neben dem, passend zum Sommer, Praxis bezogenen Inhalt halten wir uns nicht damit auf, uns selbst zu feiern – im Rahmen unserer großen Gewinnaktion geben wir etwas zurück. Zusammen mit unseren Werbepartnern verlosen wir unter unseren treuen Lesern Sachpreise im Gesamtwert von über 4.000 Euro!

Alle Details zum Inhalt gibt´s unter:
http://www.carpinfocus.de/index.php?option=com_content&task=view&id=209&Itemid=33



Donnerstag, 30. Juni 2016

Von ganz unten nach ganz oben

Drei Tage Angelzeit standen meinem Bruder Philipp und mir zur Verfügung. Unser Plan war, die Karpfen beim Herausziehen aus ihren flachen Laichgebieten abzufangen.
In diesem Frühjahr war es uns jedoch unmöglich, genau zu bestimmen, wann das Liebesspiel stattgefunden hat. Regelmäßig waren wir vor Ort in Frankreich. Wir fingen über Wochen sehr gleichmäßig, beobachteten die üblichen Laichgebiete, aber stellten bei keinem einzigen Fang irgendwelche Laichspuren fest. Wir waren zwar zufrieden, aber spürten doch genau, dass irgendwas nicht so tickt wie in den Jahren zuvor.
So handelten wir bei der darauf folgenden Session routiniert. Das erste Mal in dieser Angelsaison setzten wir größere Futtermengen an proteinhaltigen Boilies ein und verteilten unsere Ruten über eine größere Wasserfläche in unterschiedlichen Wassertiefen.
Ein großer Fehler, wie sich schon nach einem Tag zeigte: Wir erwarteten viel, aber es passierte nichts!
 


Auch ein selbst erarbeitetes Konzept stumpf zu kopieren, ist selten von Erfolg gekrönt. Flexibilität und die Fähigkeit, sich schnell auf aktuelle Gegebenheiten einzustellen – das kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.
So packten wir unsere Ausrüstung wieder zusammen, verwarfen unseren ursprünglichen Plan und schauten uns weitere Gewässer in der nordfranzösischen Mosel-Region an, bis wir das Gefühl hatten, dass sich ein Versuch lohnen könnte bei unserem noch vorhandenen Zeitfenster.
Danach richteten wir nun auch unser Angeln aus. Geringer Futtereinsatz mit visuell stark auffälligen Boilies, sowie kurze Angeldistanzen zu den bewachsenen Gewässerbereichen, um schnelle Anbisse zu bekommen, um die verfügbare Restzeit optimal ausnutzen zu können.




Der Crazy Clinic Boilie von Radical ist weiß ummantelt, verfügt über einen roten Fruchtkern mit schnell arbeitenden Minipellets und lockt durch sein einzigartiges Flavour. Er ist damit perfekt geeignet für dieses Angeln und brachte uns seit seiner Markteinführung immer gute Erfolge.
Unsere Montagen hielten wir einfach aber robust, dickdrähtige Haken aus bestem Stahl an 30lb Power Combi Link Vorfachmaterial, Safety Clips, die das Blei im Fall eines Abrisses freigeben und drei Meter vorgeschaltete 0,60mm Mono Schlagschnüre.
Damit ist man gerüstet, um die Karpfen selbst aus einem Unterwasserdschungel, ihren grundsätzlich bevorzugten Aufenthaltsorten, sicher in ein Keschernetz zu führen. Als Hakenköder verwenden wir gerne eine Kombination aus sinkendem 20mm Boilie und auftreibendem 16mm Pop-up, der sogenannten Snowman-Präsentation.


Am Morgen des 13.06.2016 hörte ich einige kurze Signaltöne meines Bissanzeigers. Mit einem Blick realisierte ich: Der Swinger war straff unter dem Blank meiner Old School Traditional und die Rutenspitze zeigte gekrümmt zu meinem Angelplatz. Schnur zog der Fisch jedoch nicht von der Rolle. Ein typisches Anzeichen für einen Karpfen, der ins nahe gelegene Kraut geschwommen ist und sich dort festgesetzt hat.
Mit einem kleinen Schlauchboot ruderte ich dem Fisch entgegen und spulte ohne Druck auszuüben die Schnur auf meine Radical Teaser Rolle. An der kurzen Schlagschnur angekommen legte ich die Rute beiseite und zog mit der Schnur in der Hand und gefühlvollem Druck den Karpfen aus dem Krautfeld. Dieser realisierte vermutlich erst dann, was ihm geschah und schwamm zu meinem Vorteil dann ins Freiwasser. Ich nahm meine Rute wieder auf und konnte nach langem Drill einen echten Ausnahmekarpfen keschern.

Was für eine Bombe: 31,2 Kilogramm!

Am Ufer bestätigte genaues Wiegen seine unglaublichen Ausmaße. Ich hatte einen Spiegelkarpfen von deutlich über der magischen 60-Pfund-Marke gefangen. Auf einmal machten 31,2 Kilogramm meine Kurzsession gegensätzlicher, wie sie nur sein konnte: Von ganz unten nach ganz oben in wenigen Stunden. So ist Karpfenangeln.

Patrick Haas

Mittwoch, 29. Juni 2016

FREIHEIT IN DER NUSSSCHALE

Marx Vorstellung einer freien Gesellschaft – "Morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden" – beschreibt die Seele eines selbst bestimmten Lebens treffend.
Wären da nicht Erwerbsarbeit, Studium und andere Verpflichtungen im Alltag, würde dem Traum meines Anglerdaseins nichts im Wege stehen. Umso mehr gilt es, die kurzen Momente am Wasser voll zu genießen. Beim Fischen will ich möglichst wenig Filter zwischen mir und der Natur haben. Auf Smartphone oder Tablet kann ich getrost verzichten.
Dank sommerlicher Temperaturen kann ich endlich weg von der Bus-Angelei am Kanal und mich der Havel vom Boot aus zuwenden.

Mobiler Angelplatz auf dem Schlauchboot

Da sich mein Angelplatz nun auf ein Schlauchboot von 3,30 Meter Länge beschränkt, muss ich mich von unnötigem Schnickschnack trennen. Nach anfänglichem Zweifel, ob die wenigen Sachen in den zwei wasserdichten Plaste-Boxen wirklich ausreichend sind, merkte ich wie überflüssig viele Dinge waren.
Wenn man sich nur kurz am Wasser aufhält, braucht es nicht viel Tackle. Wozu alles doppelt und dreifach einpacken? Die unnötige Sicherheit, auf alles vorbereitet zu sein, ließ meine Freiheit in der Vergangenheit schrumpfen.

Rigs are ready...

Der neu gewonnene Purismus auf meiner kleinen Nussschale lässt in mir nicht nur das Gefühl der Freiheit aufkommen, sondern verschafft mir auch mehr Zeit. Zum Ab- und Aufbauen sind weniger als zehn Minuten nötig. Anker lichten, Montagen einkurbeln, Banksticks verstauen und ich kann verschwinden. Auch auf ein Zelt kann ich verzichten – wenn Petrus es gut mit mir meint. Was gibt es Schöneres, als nachts vom sanften Wellenschaukeln aufzuwachen und einen direkten Sternenblick zu erhaschen, bevor man weiterschläft?
Mit dem Boot bleibt mein Angeln nicht mehr auf abgetrampelte Angelstellen beschränkt. Ich begebe mich auf neue Wege, betrachtet die Angelei aus neuer Perspektive.

Ein Gefühl von Freiheit

Unvergesslich bleibt für mich die erlebte, klare Sternennacht im (Voll-)Mondschein. In einer Schneise zwischen Schilfgürtel und Seerosenfeld streichelten Wellen sanft mein Boot. Es war eine meiner ersten Nächte auf der Nussschale. An Schlaf war nicht zu denken. Immer wieder weckten mich Mond und Wellenbewegung. Auch die Karpfen schienen aktiv zu sein. Ich vernahm nur unweit von meinem Spot entfernt im Halbschlaf das dumpfe Klatschen eines massiven Fisches auf der Wasseroberfläche.

Ein alter Havel-Recke

Mein Blick schweifte gen aufgehende Sonne, ich wollte einen Blick auf die durch den Fisch verursachte Wellenbewegung des Fisches erhaschen, als just in diesem Moment eine meiner Ruten ablief. Der Biss riss mich endgültig aus meiner Traumwelt. Noch etwas benebelt stand ich im nächsten Moment mit krummer Rute im Wasser und zog wenig später einen alten Havel-Recken über den Kescher. Nach einem kurzen Fotoshooting schlürfte ich noch wie gewohnt meinen morgendlichen Espresso, ließ mir die Sonne ins Gesicht strahlen und die Erlebnisse der vergangenen Stunden Revue passieren.
Die (unbegrenzten) Wassermassen der Havel und die Bootsangelei sind für mich seitdem zum Inbegriff der Freiheit geworden. Durch die Momente auf den Weiten des Wassers kann ich die Zwänge des (Alltags-)Lebens über Bord werfen und mir selbst und der Natur ein Stück näher kommen.

Alexander Lenk

Samstag, 25. Juni 2016

Successful Baits: CALAfrutti jetzt auch als Traveller



Sommerzeit heißt Reisezeit. Für längere Angeltouren bedeutet das: Boilies ohne Konservierung sind nur wenige Tage haltbar, wenn sie nicht gut getrocknet oder gekühlt werden. Dass Boilies nicht nur ohne extra Aufwand, sondern auch ohne chemische Zusätze haltbar bleiben, zeigt Christian Heymanns von Successful Baits mit seiner Natur-Pur Traveller-Range. Diese Boilies sind perfekt für längere Angeltouren oder für alle Karpfenangler, die sich keine Tiefkühltruhe in den Keller stellen wollen, aber trotzdem mehr Vertrauen in Boilies ohne Konservierer haben.
Erfolgreich mit gesalzenen CALAfrutti Boilies – Felix Kaczmarek setzt auf die natürliche Konservierung der Traveller-Serie

Der Erfolg dieser Köderrange ist kein Geheimnis: Salz! Die Natur-Pur Traveller-Sorten werden vor der Abfüllung bis zu einem optimalen Grad getrocknet und anschließend mit natürlichem Salz versehen und so gegen Schimmel geschützt. Vor der Verfütterung werden Boilies und Salz grob getrennt und anschließend wie gewohnt genutzt. Die salted Boilies werden im Verhältnis von 3 Kilo Boilies plus 1 Kilo Salz gemischt und sind dadurch mindestens 12 Monate haltbar.
Natürlich konserviert: Salz macht die Traveller-Boilies mindestens 12 Monate haltbar

Neben den bekannten Boiliesorten Nasty Shrimp, Mussel Insect, Red Spice Fish, Scoberry, Krill Black Pepper und Red Hot Bullet ist ab sofort auch die seit diesem Jahr erhältliche Sorte CALAfrutti als Traveller-Variante erhältlich. Das Zusammenspiel aus Calamari und Fruchtanteilen funktioniert bei dieser Sorte auch als salted Boilie hervorragend und eignet sich sowohl für die Instantangelei als auch für Langzeitfutterplätze. Wahlweise in 14 oder 18mm erhältlich ( Krill Black Pepper und Red Hot Bullet nur 18mm). Preis: 19,95 Euro (3 Kilo Boilies / 1 Kilo Salz).

Sonnenbrille,T-Shirt und geiles Wetter. Michael Fleischmann mit einem seiner Urlaubsfische – gefangen auf Boilies aus der Natur-Pur Traveller Serie

Weitere Infos und Bestellungen unter:

Sonntag, 12. Juni 2016

Scheiß auf Heuschnupfen!

Selbst die letzten Fluchten des rauhen Baggersee-Rüppels am anderen Ende der Leine sind ruhig aber gewichtig. Seit geschätzten 15 Minuten stehe mit meiner Watthose und stark gekrümmter Rute im klaren Wasser und kämpfe. Vor mir befindet sich eine dichte Krautbank, dort habe ich schon mal einen Fisch verloren. Ich bin sehr nervös und weiß, dass mein Gegenüber kein kleiner Karpfen ist.
Seit gestern bin ich hier. Direkt nach der Arbeit habe ich im Eiltempo meine Montagen ins Wasser befördert. In genau 102 Metern fische ich auf einer abfallenden Kante im etwa 7 Meter tiefem Wasser. 34 Wicklungen an meinen Messstangen, die 3 Meter auseinander stehen und zack - die Schnur in den Clip. So landet die Montage immer genau.


Kaulquappen! Ein Festschmaus für Karpfen
Die Woche über habe ich zweimal kräftig mit 24 mm Pacific Tuna Boilies vorgefüttert. In diesem See gibt eine Menge Brassen in Einheitsgröße und so ziehe ich momentan vorsorglich auch extra harte und große Hakenköder aufs Vorfach. Falls zu viele Brassen am Platz sind und mein üppiges Vorfüttern nur die Schleimer angelockt hat, habe ich wenigstens etwas mehr Ruhe.
So zumindest die Theorie.


Steinhart und trotzdem attraktiv – Hard Hookbaits von CC Moore
Auch das natürliche Nahrungsangebot im See ist momentan gewaltig. Kaulquappen, Brassenlaich, Schnecken – ein reich gedeckter Tisch und ein echtes Festmahl für alle Wasserbewohner.
Dennoch versuche ich mit meinem Angelfutter mit den natürlichen Leckereien zu konkurrieren. Und dieses Festmahl gibt es dieses Mal bei mir. Und offenbar sind die Fische auch dieser Meinung.


Mein IQ2 Baggersee Stiffrig mit einem kleinen Kicker brachte alle Fische sicher ins Netz
Mein erster Kescherveruch misslingt. Vor mir im Wasser sehe ich einen langen, dunklen Spiegler, den ich auf über 40 Pfund schätze. Hoffentlich hält dieses Mal der Haken. Meine Nervösitiät ist auf dem Höhepunkt. Gerade in der Endphase des Drills ist das Risiko eines Fischverlustes besonders hoch. Da jetzt besonders viel Druck auf den Haken kommt, darf man sich keinen Fehler erlauben.
Ich versuche mich zu konzentrieren, aber es fällt mir schwer. Denn ich bekomme sehr schlecht Luft. Meine ganze Fresse brennt und juckt. Meine Heuschnupfen-Allergie, die mich seit über 20 Jahren beim Angeln begleitet, macht mich momentan wahnsinnig. Unwohlsein, Halskratzen, Nase laufen, geschwollene Augen und ständiges Niesen – das volle Programm. Es sei mir gegönnt!
Luftblasen steigen vor mir an die Wasseroberfläche empor. Gleich bist du mein – Freundchen. Kurze Zeit später landet der Fisch im Netz. Ich bin der glücklichste Mensch.
Scheiß auf den Heuschnupfen!
Ein schöner Baggersee Brocken mit einer Länge von 101 Zentimetern
 
Die Reuben&Heaton Waage bringt mir Gewissheit. Mein anfangs noch im Wasser geschätztes Gewicht des Karpfens passt. Kurze Zeit später läuft eine zweite Rute ab. Diesen Fisch bekomme ich auf der weiten Entfernung recht schnell an die Wasseroberfläche. Meistens sind das die kleineren Exemplare. Ich sollte Recht behalten, aber meine Freude über einen Mittzwanziger ist trotzdem riesengroß.
Ich hatte bislang ein sehr schlechtes Jahr und bin dankbar über jeden gefangenen Fisch.


Meine Zeit an diesem Baggersee ist vorerst zu Ende – ich habe neue Pläne
Da sitzt man nun die ganze Session ohne Biss und dann kommen plötzlich zwei in einer halben Stunde – kurz vorm Einpacken.
Hätte ich früher eingepackt, wäre ich leer ausgegangen. Hätte die Schuld beim Futter, Wetter oder auf beim natürliche Nahrungsangebot gesucht. Naja, das ist eben auch Karpfenangeln und relativ typisch für größere Baggerlöcher.


Angelpause: Vorerst wird mein Auto zum letzten Mal mit Angelzeug beladen
Zufrieden fange ich an alles zusammenzupacken. Zwei Anbisse habe ich gehabt und beide Fische habe ich gelandet. Es ist schon schlechter gelaufen in diesem Jahr.
Doch nun steht erst einmal Familienurlaub an. Und ich brauche mal kurz Abstand vom Angeln und von diesem verdammten grünen Dreckszeug, gegen das mein Körper so enorm allergisch reagiert. Doch ich habe Pläne, wenn ich wieder komme und werde mal wieder einem größeren alten Baggerloch in Nähe des Rheins einen Besuch abstatten.
Da gibt es noch eine offene Rechnung...

Etienne Gebel

Donnerstag, 9. Juni 2016

(Futter-)Bombenwetter

Die Vorfreude auf meine erste Mehrtagessession war groß. Am Wasser angekommen, bekam ich allerdings meinen ersten Dämpfer. Denn ich war spät dran und wie befürchtet, waren die von mir anvisierten Angelplätze bereits von anderen Anglern belegt. Offenbar war ich nicht alleine mit dem Gedanken, das Bombenwetter für einen Angeltrip zu nutzen.
So war ich gezwungen, einen anderen Bereich des Sees zu befischen.


Die erste Nacht verlief ohne Aktion an den Ruten
Die erste Nacht verlief ohne jegliche Aktivität – sowohl an der Wasseroberfläche, als auch an meinen Ruten. Erst am nächsten Abend kam Bewegung in die Sache. In der Nähe einer Sandbank konnte ich Fischaktivitäten ausmachen.

Partikelmischung als Futter und zwei Tigernüsse mit Carnstop am Haken
Ich reagierte schnell und legte meine Montagen, bestückt mit jeweils zwei Tigernüssen und Cornstops, genau in diesen Bereich. Danach habe ich großflächig mit einem Partikel-Mix angefüttert. Das verfehlte seine Lockwirkung nicht. Sogar die Einschläge meiner Futterbombe ließen die Fische offenbar unbeeindruckt. Denn kurze Zeit später konnte ich den ersten kampfstarken Karpfen landen. Das begann vielversprechend. In der darauffolgenden Nacht konnte ich dann aber leider nur zwei Aussteiger verbuchen.


Damit hatte ich nicht gerechnet: Ein schöner Spiegler mit 14 Kilogramm

Erst gegen Mittag folgte der nächsten Vollrun. Kurze Zeit später war dann auch Fisch Nr. 2 im Netz.
Trotz der starken Temperaturschwankungen und der bevorstehenden Laichzeit konnte ich am Ende zwei Karpfen bis 14 Kilo und einen kleinen Stör verbuchen. Damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet.

Kevin Keil


Mehr Bilder von Kevin auch unter:
https://www.instagram.com/keiliminogue/



Montag, 6. Juni 2016

Neu bei CCMoore: Elite Pop-up-Range

Bei der neu entwickelten Elite Pop-up-Range von CCMoore gibt es zusätzlich zu den normalen Pop-ups jeweils eine spezielle „Plus“-Version mit extra viel Auftrieb.




Die Elite-Pop-ups sind ideal für die Verwendung an Chod- und Hinged-Stiff-Rigs. Folgende Sorten sind erhätlich: Acid Pear (Farbe: Bright Orange / Aroma: Pear Drop), Citrus Zest (Farbe: Washed Out Yellow / Aroma: Citrus Fruits), Dairy Supreme (Farbe: Washed Out Pink / Aroma: Milk/Cream), Golden Spice (Farbe: Washed Out Gold / Aroma: Sweet Bunspice) und OceaN-Butyric (Farbe: White / Aroma: Fish/Butyric).

Citrus Zest



Die Pop-ups sind wahlweise in 12, 14 und 18 Millimeter sowie in der Plus-Version in 13/14 Millimeter Durchmesser erhältlich. Alle Pop-ups enthalten Betaine, Butyric Acid und Talin, dazu ein Extra des jeweiligen Flavour-Boosters. So ist eine sofortige und anhaltende Abgabe der enthaltenen Attraktoren gewährleistet. Passend zur jeweiligen Sorte gibt es ein Booster Spray (50 Milliliter).

OceaN-Butyric

 
Weitere Infos:
 


Sonntag, 5. Juni 2016

AUSWEICHMANÖVER

Wieder sitze ich fassungslos unter meinem Schirm. Soeben ist mir ein weiterer Karpfen im Drill ausgeschlitzt. Die Nummer 4 in Folge. Ich kann es nicht fassen, was gerade bei mir passiert. Seit mehreren Wochen habe ich nun keinen Fisch mehr gefangen.
Mein Gewässer – klein und langgezogen, mit einer Durchschnittstiefe von nur etwa einem guten Meter. Dort schwimmen keine Giganten, dafür aber ein paar außergewöhnliche schöne und sehr alte Fische. Die habe ich schon mehrfach in kürzester Entfernung vor meinen Füßen beobachtet.
Nicht die traditionellen, konditionierten Boiliefische, die man von vielen anderen Gewässern kennt. Eher jene, die mit natürlicher Nahrung gewachsen sind. Und noch heute wachsen.



Fassungslos, ratlos und richtig mies gelaunt – wieder einen Fisch ausgeschlitzt!
Die Fischdichte ist nicht besonders hoch. Mit einem bis zwei Anbissen pro Sitzung kann man schon zufrieden sein. Vorausgesetzt, man bekommt diese dann auch ins Netz.
Womit wir wieder bei meinem Problem wären. Denn leider klappt genau das bei mir zurzeit absolut nicht. Egal was ich mache, es geht einfach schief. Mein Selbstvertrauen, welches man durch das Fangen von Fischen bekommt, ist kaum mehr vorhanden. Noch nie habe ich in all den Jahren solche Schwierigkeiten und Zweifel an meinem Handeln gehabt.
Momentan würde ich wohl jedes Rig dranhängen, welches mir ein anderer Karpfenangler gibt. Mit dem Versprechen, damit landet ein gehakter Fisch auch im Netz.


Kleine, flache Gewässer müssen nicht automatisch einfach sein
Es gibt sicherlich Schlimmeres im Leben, als Fische zu verlieren. Aber man geht doch auch ans Wasser, um etwas zu fangen.
Aber keines meiner Vertrauensrigs funktioniert. Genau hier, an diesem kleinen, magischen Ort gelten scheinbar andere Gesetze. Ich weiß, beim Karpfenangeln geht es nicht immer bergauf. Aber die momentane Talfahrt, bedingt durch Misserfolge, setzt mir so dermaßen zu, dass ich nach meinem erneuten Ausschlitzer fluchtartig das Wasser verlasse.


Steinharte Pacific Tunas für meine Baggerseekarpfen
Nach einer Dusche und einem kräftigem Kaffee ziehe ich zuhause neue, kräftigere Schnur auf meine Basia Rollen. Zum Baggersee soll es nächstes Wochenende gehen. In der Hoffnung, dort mit ein paar Karpfen auf der Matte das nötige Selbstvertrauen zurück zu bekommen. Ein Ausweichmanöver sozusagen.
Die Woche auf der Arbeit zieht sich wie ein Kaugummi. Am Mittwoch nach getaner Arbeit füttere ich meine Plätze nochmals gut an. Dieses Mal soll alles klappen.


Zuhause lindert unser Postboote mit ein paar neuen Korda-Mustern meine schlechte Laune
Freitag Abend, etwa 20:00 Uhr am Baggersee: Meine Rigs liegen seit etwa zwei Stunden am Platz. Genau in den Clip geworfen in korrekter Entfernung zur abfallenden Kante. Alles scheint perfekt. Ich liege auf meiner Liege im Zelt, bin müde von der anstrengenden Arbeits-Woche. Und die letzten Nächte mit unsere beiden Kindern waren ebenfalls anstrengend. Mit wenig Schlaf als Folge.
Ich lasse gerade die Woche Revue passieren, als sich eine meiner Ruten mit langsam abziehender Bremse und Dauerton meldet. Ich fliege förmlich zur Rute und nehme Kontakt auf. Jetzt muss alles glatt gehen.
Neue Schnur und sauber gebundene Rigs sind montiert. Der Fisch klebt am Boden fest. Ich spüre, dass mein Gegenüber Gewicht hat. Ich drille ganz langsam, will den Fisch nicht verlieren. Nach etwa zehn Minuten macht es Peng!

Ausweichmanöver: Mein Schirm steht im strömenden Regen am Baggersee
Die Rutenspitze schnellt zurück, ich kurbele meine Montage zurück und sehe, dass mein Vorfach gerissen ist. Eine Welt bricht zusammen. Ich kann es kaum in Worte fassen und zu Papier bringen, aber es war bestimmt gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt alleine dort war. So lasse ich meine Wut an meinem Tackle aus. Meine Rute fliegt im hohen Bogen ins Gras. Was habe ich nur verbrochen, dass ich diese Saison so auf die Schnauze bekomme?
Extra harte Pacific Tuna Hakenköder in 24 Millimeter machen den Brassen das Leben schwer

Ich brauche bestimmt 30 Minuten, um mich wieder einigermaßen zu beruhigen. Irgendwie schaffe ich es trotzdem, mich zu motivieren und die Rute neu an den Platz zu werfen.
Mit einem schnellen ziiiiipppp ziehe ich die Bude zu und hasse mich und die Welt.


Ein kleines Lächeln, aber keine Zufriedenheit über einen dicken Baggerseekarpfen
Aber ich bekomme zumindest noch ein Trostpflaster. Denn bis zum nächsten Morgen fange ich dann doch noch zwei schöne Karpfen. Bei diesen beiden Fischen geht zumindest nichts schief.
Meine nasse Matte und der Wiegesack über unserem Gartenzaun kommentiert meine Frau mit: „Na siehst Du, es klappt doch!“
So richtig freuen kann ich mich über die Fische trotzdem nicht. Zu tief sitzt der Dorn der vorangegangenen Niederlagen und zu sehr habe ich noch das kleine Gewässer im Kopf...

Etienne Gebel









Freitag, 3. Juni 2016

In letzter Sekunde:

Traum-Schuppi für Christoph Mühl

Schwer zu heben hatte Successful Baits Teamangler Christoph Mühl, der vor wenigen Tagen diesen großen Schuppenkarpfen überlisten konnte. Christoph konnte sich auf seine Erfahrung verlassen und kennt die Vorgehensweise für den Fang großer Frühjahrsfische: „Ich besuche die Gewässer regelmäßig und schaue mir die Gegebenheiten genau an. Dabei versuche ich die Fische zu lokalisieren. Dort wo sie stehen, kann man sie mit gutem schnell löslichem Futter und kleinen Fallen überlisten.“
Doch auch die besten Beobachtungen und der erfolgversprechendste Platz helfen nicht, wenn die Fische keine Nahrung aufnehmen wollen.



Christoph Mühl vertraut auf eine Mischung aus unkonservierten Scoberry Boilies und eine selbstgerollte Eigenkreation auf Basis hochwertiger Einzelfuttermittel

Das musste auch Christoph am eigenen Laib verspüren. „Meine Windapp prophezeite mir konstanten Nordwest-Wind mit einzelnen Windböen voraus.“
Eigentlich beste Bedingungen für einen Fisch. Christoph entschied sich für einen Platz am Wind zugewandten Ufer. Seine Stelle präparierte Christoph Mühl mit wenigen 18 mm großen Successful Baits Scoberry-Boilies und einigen seiner selbstgerollten Ködern, auf Basis hochwertiger Zutaten aus Christian Heymanns Köderschmiede.

Ein Traum-Schuppi, der die 25 Kilogramm Marke nur knapp verpasst
„Zu den Boilies kam zusätzlich ein Partikelmix aus Tigernüssen, Weizen und Mais hinzu. Ich soakte unsere neuen Hanfpellets in Hanföl und fütterte diese ebenfalls auf meinem Platz. Trotz optimaler Vorbereitung vergingen Tage und Nächte ohne einen einzigen Biss. Meine Bissanzeiger schienen zu verstummen und ließen mich an meiner Taktik zweifeln. Gefrustet beschloss ich einzupacken. Als ich so gut wie alles weggepackt hatte, biss in letzter Sekunde doch ein Fisch. Schon im Drill merkte ich, dass der Fisch groß sein musste.“, berichtet Christoph.

In letzter Sekunde brachte ein Scoberry Wafter in 16 mm doch noch den gewünschten Erfolg
Nach einem nervenaufreibendem Drill, schöpfte er einen dicken Schuppenkarpfen ab. Ein Traumergebnis, der Christoph´s erfolglose Zeit schnell in Vergessenheit geraten lässt.

Detaillierte Infos zu den von Christoph
verwendeten Ködern gibt’s unter: